altersvorsorge

Wann und warum private Altersvorsorge betreiben ?

In den Medien wird im Finanzbereich und oftmals auch in politischen Sendungen kaum ein anderes Thema so oft und ausführlich besprochen, wie die gesetzliche Altersvorsorge. Es tauchen immer wieder erschreckende Schlagzeilen auf, dass die Rente nicht mehr sicher ist, oder dass man im Alter in Armut leben müsse, weil man fast nichts mehr aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhält. Auch wenn bei diesen Berichten hin und wieder sicherlich etwas Panikmache mitspielt, ist die Aussage im Kern dennoch relativ zutreffend, denn Tatsache ist, dass die zu erwartende Rente im Alter in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich gesunken ist. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass es aufgrund der Altersstruktur in Deutschland immer mehr Rentner gibt, und diese auch immer älter werden, was natürlich an sich erfreulich ist, aber leider für das Rentensystem äußerst negativ ist. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Geburtenrate ständig sinkt, sodass nicht mehr genügend Einzahler in die Rentenkasse dazu kommen. Kamen vor zwei Jahrzehnten noch vier Einzahler auf einen Rentner, so zahlen momentan nur noch zwei Arbeitnehmer für einen Rentner in die Rentenversicherung ein. Diese grundlegenden Fakten sollte man sich verdeutlichen wenn man sich fragt, warum die gesetzliche Rentenversicherung alleine bei weitem nicht mehr ausreicht, um seinen Lebensstandard im Ruhestand aufgrund der Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse halten zu können.

Rente im Alter

Die Folge aus der beschriebenen Tatsache, dass die gesetzliche Rente alleine nicht mehr ausreichend wird ist es, dass man neben der gesetzlichen und betrieblichen Rentenvorsorge zusätzlich auf jeden Fall noch privat vorsorgen muss. Auch wenn die beschriebenen Fakten sehr eindeutig sind, denken leider immer noch sehr viele, besonders jüngere Menschen, dass die Rente im Alter, welche man vom Staat erhält, "schon reichen" wird. Tatsächlich ist es aber so, dass die Rentenhöhe aus der gesetzlichen Rentenversicherung voraussichtlich nur noch 60-70 Prozent des jetzigen Nettogehaltes betragen wird. Das dieser Rentenbetrag alleine auf keinen Fall zur Deckung der Lebenskosten ausreichen wird, kann man sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen. Angenommen, ein jetzt 30-jähriger Arbeitnehmer hat einen Nettomonatslohn von 2.000 Euro. Er geht mit 65 Jahren in Rente und hat bis zu diesem Zeitpunkt ca. 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt. Hierbei handelt es sich schon um einen Idealfall, denn oftmals werden die Einzahlungszeiten durch Arbeitslosigkeit oder sonstigen Vorkommnissen unterbrochen. Basierend auf diesem Idealbeispiel, könnte der Arbeitnehmer nach derzeitigem Stand mit 65 Jahren mit einer Rente von ca. 1.200 bis 1.400 Euro rechnen. Die jetzigen und auch im Rentenalter bestehende Ausgaben setzen sich wie folgt zusammen : Die Mietausgaben inklusive Nebenkosten , Strom und Heizung betragen 600 Euro. Ferner fallen Kosten für den Lebensunterhalt von ca. 200 Euro im Monat an, Versicherungsbeiträge von 100 Euro, Kosten für den Unterhalt des Autos inkl. Bezinkosten von insgesamt 250 Euro, Kosten für Telefon und Internet von 50 Euro, Rücklagen für Urlaub und Sonstiges von 200 Euro, Ausgaben für Freizeitaktivitäten von 100 Euro im Monat. In der Summe handelt es sich um Ausgaben von 1.500 Euro, wobei es sich fast ausschließlich um wirklich notwendige Ausgaben handelt. Bei dem jetzigen Nettogehalt von 2.000 Euro wären die Ausgaben ohne Weiteres zu meistern. Bei einer Rente von 1.400, oder gar nur 1.200 Euro müsste sich der Rentner in Zukunft auf jeden Fall stark einschränken, soweit das bei den fixen Kosten überhaupt noch möglich ist. An diesem Beispiel kann man sehr gut erkennen, dass fast jeder jetzige Arbeitnehmer im Alter eine Versorgungslücke haben wird. Und damit ist auch die Frage, warum man Private Altersvorsorge betreiben sollte, eindeutig und klar beantwortet.

Die Altersvorsorge

Bleibt nur noch zu klären, wann man mit dieser Altersvorsorge beginnen sollte. Die einfache Antwort lautet in diesem Fall : Am besten so früh wie möglich, denn je länger man Beträge in private Sparpläne und Rentenversicherungen einzahlt, desto höher ist der später aus diesen Anlagen zu erhaltene Rentenbetrag. Würde man beispielsweise erst mit einem Alter von 50 Jahren mit der privaten Altersvorsorge beginnen, müsste man monatlich im Durchschnitt einen Beitrag von 500 Euro einzahlen, um später eine Rentenzahlung von 700 Euro zu erhalten, womit man die Versorgungslücke schließen könnte.